Vorgeschichte zur Gründung des SV Mosbach

Der eigentliche Auslöser zur Gründung eines Sportvereins war die Gebiets- und Schulreform in Bayern Anfang der 70er Jahre. Die Reform hatte das Ziel größere Strukturen im ländlichen Bereich zu schaffen. Viele Gemeinden und Schulen verloren so ihre Selbständigkeit. Als Verlustausgleich setzte ein Boom zur Gründung vieler neuer Verein ein.
Mosbach bildete jahrhundertlang mit den Außenorten Bergnerzell, Kühnhardt, Reichenbach, Seiderzell und Tribur eine politisch eigenständige Gemeinde mit eigener Volksschule. Durch den Bau einer Gesamtschule in Feuchtwangen wurden im Feuchtwanger Gebiet zum beginnenden Schuljahr 1971 alle Volksschulen aufgelöst. Auch die politische Eingemeindung am 1.1.1972 nach Feuchtwangen stand bevor.
Durch die Weitsicht und Aufgeschlossenheit des damaligen Gemeinderates vor allem aber dem Einsatz vom damaligen Bürgermeister Herbert Passeck war es möglich mit dem damals vom bayrischem Staat gewährten Geldern (Volksmund „Hochzeitgeschenke“) vorrangig im leerstehenden Schulhaus einen Kindergarten und ein Sportheim sowie ein Sportgelände einzurichten.
Herbert Passeck wörtlich (Flz 29. Jan 1975): „ Es soll in einer leergewordenen Gemeinde wieder ein Mittelpunkt geschaffen werden, wo sich unsere Kinder in Obhut der Kindergärtnerin tummeln und unsere Jugendlichen bei Sport und Spiel ihren Körper entwickeln können. Erst in viel späteren Jahren werde man die Ausstrahlung dieser Einrichtung auf die Jugend und das gesellschaftliche Leben in der alten Gemeinde richtig erkennen und würdigen zu wissen.“
Die Gesamtkosten betrugen 60 000 DM, bei einer Eigenleistung von 16 000 DM. Dieses Projekt wurde unter Mithilfe der Stadt Feuchtwangen 1973/74 fertiggestellt.

Die Gründung

In Mosbach gab es nach dem Krieg eine Landjugend (Bayrische Jungbauernschaft). Diese wollte sich immer wieder sportlich betätigen. Dies scheiterte immer wieder mangels eines geeigneten Platzes. Erst durch die ab 1963 anberaumte Flurbereinigung in Mosbach und Umgebung machte die Ausweisung und Bau eines Bolz- u. Schulsportplatze ab 1968 möglich. Die Landjugendarbeit ging ab diesem Zeitpunkt immer mehr in Richtung eines Sportvereins.
Besonders beliebt waren ab 1970 sogenannte Plattenpartys im Gasthaus Förster in Mosbach.
Großen Anteil hatte dabei der junge Lehrer Ernst Heumann. Mosbach war die erste Lehrerstelle für den gebbürtigen Nürnberger. Er fühlte sich sofort bei der Jugend integriert. Als Handballer ermunterte er die Jugend zur stärkeren sportlichen Betätigung. Regelmäßig wurden nun Trainingstunden absolviert und schnell war die Idee zur Gründung eines Sportvereins geboren. Beim Bürgermeister fand man sofort ein offenes Ohr. Am 16. Sept. 1971 beraumte dieser die Gründungsversammlung an. 31 Bürger traten spontan dem neuen Verein SV Mosbach bei.
Zum Vorsitzenden wurde Herbert Passeck gewählt, als Stellvertreter fungierte Karl Waldmann. Das Amt des Kassiers übernahm Erich Wesenbeck, das des Schriftführers Erich Kalb, sowie Helmut Hüttner als Platzwart. Anfang 1972 wurde der Verein in den Bayerischen Landessportverband und in den Bayerischen Fußballverband aufgenommen.
Ernst Heumann begann mit Fußballtraining und wurde von Sportlern, die zuvor in Feuchtwangen oder Schnelldorf dem runden Leder nachjagten unterstützt. Noch vor der Gebietsreform im Jahre 1972 setzten vor allem Bürgermeister Passeck und Ernst Heumann in einer hitzigen Gemeinderatssitzung im Reichenbacher Gasthaus durch, daß dem neugegründeten SV Mosbach das freigewordene Schulhaus zur Nutzung überlassen wurde. Überwiegend in Eigenleistung unter der Leitung von Georg Keitel und Heinz Weinberger begann man mit dem Umbau. Aus der ehemaligen Schulküche wurden Umkleidekabinen und Waschräume, den Unterrichtssaal im ersten Stock bestückte man mit Sportgeräten aller Art. Bereits in den Anfangsjahren wurde unter der Leitung von Hermann Häberlein der Grundstock für eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit gelegt.